Jun/ U23 EM Skopje 2018 - der Elternblog

Der Elternblog von der Junioren / U23 EM in Skopje

Hier noch mal ein Eltern Bericht über den Samstag, 04. August, dritter Renntag

Nachdem ich den gestrigen Blogbeitrag geschrieben hatte, begann es wie aus Kübeln zu schütten, sodass die Siegerehrung dann doch nicht stattgefunden hat und sie auf heute verschoben wurde. Das war sehr nett, denn im strömenden Regen im Freien zu stehen, nur weil alle Offiziellen gerade da sind, ist wirklich nicht schön. Da sieht man mal, wie spontan und unkompliziert es auch sein kann. Wir hatten dann noch unter einem Sonnenschirm, den wir uns in einem Cafe mit einigen mazedonischen Männern geteilt haben, ein kurzes Gespräch. Einer dieser Männer lebt in der Schweiz und sprach herrliches mazedonisch Schweizerdeutsch. Er befragte uns zu den Wettkämpfen und sagte ganz klar, dass wir ja wohl sonst nicht nach Mazedonien gekommen wären. Wir gaben ihm Recht, betonten aber, dass wir uns freuen hier sein zu dürfen und dieses Land einmal kennenzulernen. Er freute sich sehr und wünschte unserem Team überschwänglich alles Gute! Hiermit habe ich es weitergegeben ...

 

Nun, zum dritten Renntag. In der Früh herrschten wieder angenehme Temperaturen, die allerdings im Laufe des Tages sich noch zu einem schwül warmen Wetter veränderten.

Heute galt es, sich in zwei Sprintläufen für die morgigen Finals zu qualifizieren. Alle diejenigen, die im ersten Lauf unter die ersten fünf fuhren, hatten eine Direktqualifikation und mussten nicht noch einmal antreten. Alle anderen waren nach der Mittagspause noch mal dran. Die unterschiedlichen Rennen wurden zügig hintereinander durchgeführt, es gab keine Startverzögerungen oder Unterbrechungen wegen Zeit Messungsproblemen, alles war gut organisiert und lief super ab. Zumindest habe ich nichts anderes wahrgenommen...

Also ganz ehrlich, für uns Eltern ist das ja jedes Mal wieder ein Krimi, und wenn man da so am Rand steht und sein Kind oder auch das Kind eines anderen Elternpaares sieht und nichts machen kann als brüllen ... Oh Mann, oh Mann! Und dann klappt es vielleicht auch nicht so, wie die Sportler es sich erhofft hatten und man sieht enttäuschte und lange Gesichter. Aber auf der anderen Seite ist es auch wieder so schön, wenn ebendiese Sportler ihren Erwartungen entsprechen und es geklappt hat und sie strahlen. Dann ist man für die Krimi-Momente entschädigt, oder?

Diese strahlenden Gesichter hatten gleich nach dem ersten Lauf: Sophia, Christina, Jil, Simon, Yannic, Maren im C1 und Ole/Janosch im C2.

Die anderen mussten noch mal ran und im zweiten Lauf beweisen, dass diese Truppe eine ganz starke Leistung vollbringt. So sind morgen ebenso dabei: Verena, Maria, Maren (K1), Anna, Lisa, David, Janosch (C1), Ole Schwarz (C1), Till, Marcel Blum, Ben, Finn, Nico und die C2er Till/ Michel, Ole/Tobias und Torben/David.

Euch allen schon mal vorab eine herzliche Gratulation und ihr habt euren Trainern (und den Schlachtenbummlern) jetzt schon ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert.

Nach den Rennen kam dann noch die Siegerehrung, die gestern ins Wasser gefallen war. Heute hätten wir uns das gern noch mal so gewünscht, es war nämlich unmenschlich heiß und die Sonne hat auf die Wiese gebrannt. Die armen Sportler und Trainer und Offiziellen, die in langen Präsentationshosen und-Jacken und Hemden ausharren mussten. Schön, dass dann doch alle Athleten bis zum Schluss durchgehalten haben. Wir hörten wieder einmal oft die tschechische Nationalhymne, die tschechischen Mädels haben laut geschrien und sich untereinander bejubelt - aber die deutsche Hymne war auch drei Mal zu hören! Super, gratuliere! Kurz entstand beim Rennen der K1 U23 mit Marcel und Nico das Problem, dass sie keine zwei Deutschlandfahnen zum hissen hatten. So musste kurzerhand die von der Fahnenparade, die am Fluss hing, abgenommen werden. Für morgen sollten sie sich vielleicht noch eine zusätzliche Fahne besorgen, denn wir hoffen und drücken die Daumen und bestimmt ...

Leider können Michael und ich morgen nicht mehr dabei sein, unser Flieger geht schon gegen 12 Uhr. Wir drücken euch Sportlern hoch in der Luft sämtliche Daumen, haut rein, es war eine schöne Zeit mit euch und lasst euch morgen feiern. Euch Trainerteam Patrick, Rene und Sabine herzlichen Dank im Namen aller Eltern für euer Engagement im Vorfeld und vor Ort, den Busfahrern nochmals herzlichen Dank und gute Heimfahrt und allen die zum Gelingen dieser guten Woche beigetragen haben ebenso.

Herzliche Grüße aus Skopje

Eva Fladung


 

Freitag, 03. August, zweiter Renntag

Auch heute ist das Wetter strahlend, trotz gestriger schlechter Wetterprognose. Die Temperaturen in der Frühe angenehm in der Schlucht, blauer Himmel, durchsetzt mit kleinen weißen Wolken, sodass auch ab und zu ein bisschen Schatten kommt. Die Rennen starten wieder um 9 Uhr, auch heute haben wir alle keine Probleme mit Parkplätzen. Den Bussen und Anhängern ist der große Platz direkt an der Sprintstrecke vorbehalten, sodass die Sportler auch immer ihre Sachen vor Ort haben können.

Die Stimmung unter den Sportler ist weiterhin gut, die Mannschaftskameraden unterstützen sich gegenseitig und motivieren sich auf ihre Rennen. Als erste Mannschaft geht unser K1 Juniorinnen Team an den Start. Verena, Christina und Sophia kommen gut vor Michaels Linse, doch plötzlich touchiert Christina ihr Vorderboot und kentert. Nach ein paar Versuchen des Rollens steigt sie aus dem Boot, rafft ihr Material selbstständig zusammen und wird von ihren Mannschaftskameradinnen und den anderen Teamkollegen angefeuert, wieder einzusteigen. Sie schafft es tatsächlich und mit einer unheimlichen Leistung werden die drei Vierte. Ihnen gebührt Respekt! Und sollten bis dahin die ein oder anderen deutschen Schlachtenbummler noch müde vor sich hingestarrt haben, spätestens da waren alle wach...

Den Mädels folgten die Jungs im C1 und bewiesen, dass Mannschaftsfahren eine wirkliche Teamleistung ist. Mit viel anspornenden Gebrüll untereinander schafften Michel, Sven und Till die erste Platzierung an diesem Renntag, Platz 3 und glückliche Gesichter und belegte Stimmbänder!

Die K1 Junioren Ben, Marcel und Simon sicherten sich ebenfalls souverän den 3.Platz und zauberten den deutschen Zuschauern ein zufriedenes Lächeln auf die Gesichter. Unterstützt von flotter Musik versprach der Vormittag doch sehr viel!

Leider schrammten die weiblichen U23 Fahrerinnen am dritten Platz vorbei, doch dafür beschenkten uns die C1 U23 Fahrer Janosch, Ole und David mit einem ersten Platz und dem Europameistertitel! Einfach super! Und noch vor der Mittagspause ging es so weiter, unglaublich, auch die K1 U23 Mannschaft mit Marcel, Finn und Nico wurden Europameister. Wie abgefahren ist denn das... !

Und dann war eine Stunde Mittagspause. Eltern und Sportler suchten Schatten und etwas zu essen, was hier gar nicht so schlecht geht. Ein Restaurant direkt an der Straße, terrassiert und im Schatten, bietet einen guten Überblick über die Strecke und ganz passables Essen. Wir als Eltern konnten ein paar von unseren Sportler begleiten, was ja nicht immer selbstverständlich ist, und erlebten ein nettes Beisammensein. Sie übten sich in Komplimenten und eine „warme Dusche“ machte die Runde. Und nicht nur kulinarisch gestärkt, sondern auch emotional ging es weiter im Rennzirkus.

Nach der Pause gab es noch zwei Rennen, wobei die Teilnahme unserer weiblichen C1 U23 Mannschaft noch einmal zu spektakulären Momenten beitrug. Maren, Verena und Lina starteten, damit aus diesem Rennen eine Meisterschaft wurde, was ich per se schon einmal ganz toll finde. Und Maren hatte mit Lina ausgemacht, dass sie die wilden Passagen innerhalb der Sprintstrecke im Päckchen fahren. Und so nahm Maren Lina fest in den Griff, und angefeuert von allen deutschen Teamkollegen und Schlachtenbummlern, aber auch von den anderen Nationen, meisterten sie ihr Rennen bis zum Ziel.

Als letztes Rennen des Tages waren die C2 Herren am Start, doch leider mussten sie sich mit einem 4.Platz zufrieden geben.

Nun schlagen wir uns alle die Zeit noch bis 15 Uhr tot, bis die erste Siegerehrung vor Ort stattfinden wird. Aber ich muss sagen, sowohl Kaffee (@ Bille: du kannst getrost nach Mazedonien fahren) als auch Eis sind vollkommen in Ordnung und durchaus zu empfehlen...

Heute verabschiede ich mich schon mal am Nachmittag und freue mich auf den dritten Renntag.

Grüße aus dem heißen Mazedonien nach Deutschland, oder wo immer ihr das hier auch lest.

Eva

Update: Die Siegerehrung müsste aufgrund des Gewitters auf morgen nach der Sprint Quali verlegt werden.


 

Donnerstag, 02. August, erster Renntag

Heute nun ging es los mit den Einzelrennen auf der Classic Strecke. Die ersten Läufer waren schon um 9 Uhr am Start. So hieß es für alle früh raus und in die Matka Schlucht hinein. Das befürchtete Verkehrschaos blieb heute morgen Gott sei Dank aus, denn 1. haben gefühlt die meisten Einheimischen an ihrem Nationalfeiertag ausgeschlafen und 2. hat ein Großaufgebot von Polizisten und Einweisern das Schlimmste verhindert. Der Parkplatz war wirklich nur den Bussen und Bootsanhängern vorbehalten, sodass diese reibungslos zirkulieren konnten.

Das Wetter war zunächst angenehm warm und sonnig, sprich es herrschten ideale Bedingungen, die auch auf unsere Gruppe abfärbte. Es war rundherum eine lockere Atmosphäre zu spüren. Leider konnten die Schlachtenbummler nur vorwiegend an den ersten Metern der Sprintstrecke anfeuern, da der untere Teil des Flusses am Uferbereich kaum zu erreichen ist. Steile Böschungen, die stark bewachsen sind und Unmengen von Plastikmüll an den Ufern machen eine Zwischenstation kaum möglich. Deshalb mussten sich die Sportler dort selbst motivieren, was uns Eltern wirklich leid getan hat.

Doch die Platzierungen des ersten Tages lassen sich sehen und auch die gesamte Mannschaft war am Ende des Rennens super zufrieden. Wir gratulieren Verena zu einem tollen 2.Platz, Marcel und Nico Paufler zu herausragenden Plätzen 1 und 2, Ben zu einem 3.Platz, Janosch und Ole ebenso zu Platz 3 und allen anderen Sportlern ebenso nicht minder herzlich. 

So kann es morgen weitergehen ...

Die Rennleitung hat die Junioren und U23 Rennen Gott sei Dank in einem Block bis zum Mittag durchgezogen, sodass der Nachmittag nun für die Sportler zum Erholen und Abkühlen zur Verfügung steht. Denn am Mittag wurde es sehr heiß und wir waren alle froh, die Schlucht verlassen zu können. Auch wurde es ab 12 Uhr schlagartig voll, denn die Einheimischen kamen nun in Scharen, um ihren freien Tag am Matka See zu verbringen. Wegen des Rennens mussten sie heute leider weit weg parken und konnten nicht wie sonst, direkt vor die Restaurants fahren. Ein Umstand, den sie mehr oder weniger gelassen hinnahmen und trotz der großen Hitze die Straße entlang liefen. Teilweise muslimisch, in langen Kleidern und Kopftuch und daneben teilweise sehr leicht bekleidet. Diese Gegensätze sieht man hier überall und man fragt sich, wie kann das gut gehen und wie lange kann das friedlich neben einander her gehen?

Wir freuen uns auf morgen und hoffen, dass die Wettervorhersage nicht stimmt, denn sie hat Regen angekündigt...

Bis dann

Eva


 

Mittwoch, 01. August

Heute hat das letzte Training auf der Strecke bei herrlichem Wetter stattgefunden. Und auch die mitgereisten Eltern konnten den Tag noch einmal für Sightseeing nutzen. Die einen waren auf dem nächstgelegen Stadtberg, auf den eine Seilbahn hochgeht. Manche sind von dort noch 15 km direkt in die Matka Schlucht gewandert, wieder andere sind shoppen gegangen oder haben sich die Stadt angeschaut und manche sind erst heute angekommen. Nun wird es endlich ernst, Sportler und Schlachtenbummler sind gerüstet und erwarten gespannt, was morgen auf sie zukommt.

Die Eröffnungsfeier im Herzen von Skopje hat pünktlich heute Abend vor großer Kulisse stattgefunden. Mitten auf dem 2014 neu, im klassizistischem Stil erbauten, Innenstadtbereich erwartete uns eine kurze aber nett organisierte Feierlichkeit, bei der verschiedene Honoratoren in mazedonisch und englisch kurze Ansprachen hielten. Nach unspektakulären Einzug der Fahnenträger der 16 teilnehmenden Länder, und wie gestern vermutet trug Lina als jüngstes Mitglied die deutsche Fahne, gab es die offizielle Eröffnung durch Mr. Woods. Im Anschluss präsentierte eine Frauen Folkloregruppe mazedonische Tänze und Schluss war der offizielle Teil. 

Die Sportler zogen dann auch gleich ab in ihr Quartier und eine größere Gruppe aus elterlichen Schlachtenbummler genoss den herrlichen lauen Sommerabend noch bei einem gemeinsamen Essen vor, sagen wir einmal, Disney Land Kulisse. Durch die Stadt fließt der Fluss und rechts und links davon stehen imposante neu erbaute palastartige Prachtbauten, beleuchtet in den Nationalfarben rot und gelb. Andere Länder, andere Sitten, aber spannend und interessant zu sehen. 

 

Morgen heißt es, früh aufstehen, um am morgigen Nationalfeiertag pünktlich im Canyon anzukommen und einen Parkplatz zu ergattern. Wahrscheinlich werden die Straßen-und Verkehrsbedingungen in die Schlucht chaotisch. Wir werden sehen... es bleibt spannend.

 

Drückt die Daumen, es wird ernst und bleibt dran, vielleicht der ein oder andere auch vor dem Computer live dabei?

 

Bis morgen und gute Nacht aus Skopje,

Eva


Dienstag, 31. Juli

Auch heute hieß es wieder früh aufstehen, um 6:30 Uhr frühstücken und um 7 Uhr Aufsitzen in den Bussen, um die erste Trainingseinheit auf dem Fluss zu fahren. Allgemeines Wuseln der Nationen auf der Wiese um die Boote herum, Gespräche hier und dort, Erkennen und Begrüßen, auch ein gegenseitiges Begutachten findet statt, ob der ein oder andere gefährlich im Rennen werden könnte oder ob man Chancen hat. Die ersten Touren laufen gut, bis jetzt ist alles verletzungsfrei und ohne größere Materialschäden vonstatten gegangen. Wir hoffen alle, dass das so weiter geht.

Ich habe ja gestern schon von den zum Teil sehr strapaziösen Anreisen gesprochen. Doch nicht nur die Anreise unserer 29 Sportler (sie stellen bisher das größte Sportlerteam Deutschlands einer EM da) war Herausforderung alleine, auch hier vor Ort haben die Betreuer Patrick, Rene und Sabine alle Hände voll zu tun. Das wirklich große Team von insgesamt 37 Leuten zu managen, erfordert in so einem Land doch einiges und an dieser Stelle bekommt ihr mal ein dickes Dankeschön von uns allen. Auch sei euch Busfahrern und Busfahrerinnen ein herzliches Danke gesagt, bei den zum Teil chaotischen Bedingungen, unsere Kinder sicher durch die Gegend zu schaukeln ist schon eine tolle Leistung. Und weil ja die Sportler einer Nation noch nicht genug sind, hat Patrick gleich noch die Organisation für den niederländischen Sportler Ivo Lamers übernommen, der sich Dank seiner netten Art super als Findelkind in den Kreis unserer Sportler einreiht.

Doch auch das Zusammenspiel der Nationen im Teamleader Meeting klappt hervorragend, so können mit passenden Absprachen doch zahlreiche Meisterschaften ausgefahren werden.

Nachdem also heute die Trainings stattfanden, die Sportler auch ihre freie Zeit mit baden im Fluss und sonstigen Aktivitäten ausgefüllt haben, alle zufrieden heute Abend dick Pizzaessen waren, erwartet uns morgen Abend die offizielle Eröffnungsfeier im Zentrum von Skopje. Ein würdiger Rahmen, um unseren tollen Sport auch anderen Menschen näher zu bringen. Ob traditionell auch dieses Jahr das jüngste Mitglied der Mannschaft die Deutschland Fahne tragen darf?

Morgen wisst ihr mehr!

Ein anstrengender Tag geht zu Ende, bald wird schon wieder Aufgestanden fürs letzte Training. Ab dann wird’s ernst...

Gute Nacht aus Skopje,
und liebe Grüße nach Deutschland
Eva


 

Anreise und erste Tage

Es ist wieder einmal soweit. Das Deutsche Team ist unterwegs auf die EM, die dieses Jahr in Mazedonien stattfindet. In der Nähe von Skopje befindet sich der Matka Canyon, der eine traumhafte Kulisse für die Wettkämpfe abgibt. Doch zunächst muss man da erst einmal hinkommen und das gestaltet sich ganz schön zeitaufwendig. Die Busse sind sage und schreibe 36 Stunden, zumindest aus Fulda, unterwegs, um in das schöne Land zu kommen. Die lange Zeit ist vor allen Dingen zu erklären, dass es an den Grenzen ewig dauert, bis die Autos abgefertigt werden. Gefühlt sind alle Familien unterwegs, die in Deutschland leben und eigentlich ihre familiären Wurzeln in den Balkan Staaten haben. Und das kann dauern...
Nun gut, Gott sei Dank sind alle unbeschadet angekommen, haben die Hotels bezogen, die wider Erwarten einen ganz angenehmen Standard haben. Es gibt sogar Klimaanlagen in den Zimmer, sodass die Hitze fast besser zu ertragen ist als zu Hause.
Das Wetter ist ungefähr wie in den letzten Wochen in Deutschland - ziemlich heiß! Aber nachmittägliche Schauer und Gewitter sorgen für frühzeitige Abkühlung im Canyon, sodass es doch ganz erträglich ist. Abends ist es wunderbar warm und angenehm.
So ein Vor-Renn-Tag ist so zu beschreiben: Morgens geht es früh los. Gefrühstückt wird nicht wirklich wie wir es gewohnt sind, aber wir sind ja auch nicht daheim. Die erste Trainingseinheit ist schon ziemlich früh, denn dann ist Wasser auf dem Fluss, der von einem Stausee gespeist wird. Ab 8 Uhr wird die erste Trainingseinheit gefahren, das bedeutet 7 Uhr Frühstück und Abfahrt in Skopje. Am Sonntag ging es dann abenteuerlich in die Schlucht, denn gefühlt ganz Mazedonien hat versucht auch in die Schlucht zu gelangen. Autos, Busse und Mannschaftsbusse mit Bootsanhänger haben versucht auf einer, naja „Straße“, so nah wie möglich an den Ausgangspunkt zu kommen. Ich war zwar nicht dabei, aber das erste was mir erzählt wurde, war der abenteuerliche Weg dorthin. Parkende Autos am Rand, wartende Autos und Busse daneben, überholende Autos oder Busse dazwischen, hupende Fahrer und schimpfende Verkehrsteilnehmer, Sportler, die aus den Bussen springen, um Bootsanhänger zu schieben - Chaos per Perfektion - keep cool - hier grüßt ein anderes Land!
Nach der ersten Trainingseinheit dann ist lange Pause im Hotel und am späten Nachmittag geht es dann noch mal los. Hier sind die Temperaturen auch angenehm, denn es kühlt sich dann ein bisschen ab.

Wir als Eltern, sind am Sonntag Abend in Skopje per Flugzeug angekommen, haben unseren Leihwagen in Empfang genommen und uns auf den Weg zu unserem Hotel gemacht. Es ist spannend, denn es ist mal wirklich ein anderes Land. Man sieht am Wegesrand Moscheen und orthodoxe Kirchen, kleine Geschäfte und Kioske, Frauen mit und ohne Kopftuch, Moderne und Altertum, Betonbauten, kommunistische Plattenbauten und nachgebaute klassizistische Architektur. Ein wilder, sympathischer Mix, der in eine ganz ander Welt entführt. Dazwischen immer wieder „dicke“ deutsche Autos, in denen in Deutschland lebende Mazedonier auf Heimaturlaub sitzen.

Wir sind gespannt, was uns noch erwartet, fühlen uns aber hier willkommen. So geht es auch der Mannschaft. Gute Stimmung im Team, herzlich willkommen geheißen von den Ausrichtern und den Locals. Patrick ist heute wie eine Shopping-Queen mit unzähligen kleinen Tütchen an der Strecke entlang gelaufen. In jeder Tüte das Willkommensgeschenk an die Teilnehmer, ein T-Shirt und die Akkreditierung.

Ich hoffe, euch einen ersten Einblick gegeben zu haben und werde mich morgen wieder melden. Liebe Grüße aus Skopje, eine Stadt, die wir sonst nie zu Gesicht bekommen hätten ...

Eva